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DGUV V3 Prüfung: wann sie relevant wird, was sie kostet und wer zuständig ist

Niklas |

Die DGUV V3 Prüfung betrifft elektrische Anlagen und Betriebsmittel. Sie soll den ordnungsgemäßen Zustand vor der ersten Inbetriebnahme, nach Änderungen und in wiederkehrenden Abständen absichern. (publikationen.dguv.de)

DGUV V3 Prüfung: verständlich zu Kosten, Dauer und Zuständigkeit

3 Dinge prüfen, bevor Sie weiterlesen

  • Geht es um fest eingebaute Elektrik oder nur um einzelne Geräte?
  • Gibt es akute Warnzeichen wie Geruch, Wärme, Feuchtigkeit, Funken oder wiederholt auslösende Schutzeinrichtungen?
  • Wurde kürzlich repariert, erweitert oder etwas neu angeschlossen, etwa weil Sie Bad-Elektrik installieren ließen oder jetzt eine ältere Elektroinstallation prüfen lassen möchten?

Diese Einordnung spart Zeit, weil die DGUV zwischen ortsfesten und ortsveränderlichen Betriebsmitteln unterscheidet und Prüfungen vor der Inbetriebnahme, nach Änderungen oder Instandsetzung sowie in bestimmten Zeitabständen vorsieht. (publikationen.dguv.de)

DGUV V3 Prüfung verständlich erklärt

Der Begriff stammt aus dem Betreiber- und Unternehmerkontext. Die DGUV beschreibt wiederkehrende Prüfungen ausdrücklich als Organisationsaufgabe des Unternehmers und bezieht dabei auch angemietete oder geliehene elektrische Betriebsmittel ein. Für private Leser ist das vor allem deshalb wichtig, weil sich daraus die Kernfrage ableitet: Geht es um die feste Anlage des Gebäudes oder um eigene bewegliche Geräte? (publikationen.dguv.de)

Prüffristen sind nicht überall identisch. Sie werden aus Gefährdungsbeurteilung und Einsatzumgebung abgeleitet. In den Durchführungsanweisungen nennt die DGUV für ortsfeste Anlagen bei normalen Bedingungen häufig vier Jahre, für ortsveränderliche Betriebsmittel oft sechs Monate als Richtwert; in Büros können unter bestimmten Voraussetzungen längere Maximalfristen möglich sein. Eine Geräteprüfung nach DGUV V3 sollte daher nie nur nach einem Pauschalsatz verkauft werden. (gesetze-im-internet.de)

In der Praxis taucht das Thema oft auf, wenn nach Reparaturen erneut gemessen werden muss, wenn Eigentümer eine ältere Elektroinstallation prüfen lassen wollen oder wenn nach Arbeiten wie Bad-Elektrik installieren oder Schaltschrank verdrahten der sichere Zustand dokumentiert werden soll. Die Prüfung ist damit kein hübsches Extra, sondern der saubere Nachweis, dass Änderung, Instandsetzung und Betrieb zusammenpassen. (publikationen.dguv.de)

Praxisgeheimnis aus dem Handwerk: Der größte Kostentreiber ist oft nicht die Messung, sondern schlechte Vorbereitung. Fehlen Geräteliste, Zugang oder klare Angaben zum Problem, steigt das Risiko für zweite Anfahrt, Zusatzzeit und neue Abstimmung. Ein präzise beschriebener Auftrag macht Angebote vergleichbarer und spart oft mehr Geld als ein kleiner Preisnachlass. (verbraucherzentrale.de)

Wann aus einer kleinen Auffälligkeit ein Fachauftrag wird

Spätestens eine Fachkraft sollte übernehmen, wenn Steckdosen oder Gehäuse warm werden, Brandgeruch auftritt, sichtbare Beschädigungen vorhanden sind, Feuchtigkeit im Spiel ist, Schutzeinrichtungen wiederholt auslösen oder ein Gerät nach Reparatur oder Änderung wieder in Betrieb gehen soll. Die DGUV verlangt, festgestellte Mängel unverzüglich zu beheben; bei dringender Gefahr darf das mangelhafte Betriebsmittel nicht weiter verwendet werden. (publikationen.dguv.de)

Was Sie selbst tun dürfen

Sicher und sinnvoll sind nur vorbereitende Schritte: betroffene Geräte außer Betrieb nehmen, Schäden fotografieren, Unterlagen bereitlegen, den Zugang freiräumen und die betroffenen Stromkreise oder Geräte notieren. Wenn Sie eine Geräteprüfung nach DGUV V3 beauftragen, helfen Typenschilder, Reparaturbelege und alte Protokolle, damit der Termin nicht länger wird als nötig. (verbraucherzentrale.de)

Was eine Fachkraft übernehmen muss

Nicht in Eigenregie: öffnen, messen, abklemmen, überbrücken, Bad-Elektrik installieren, Schaltschrank verdrahten oder die feste Elektroinstallation prüfen, sobald Schutzmaßnahmen fachlich beurteilt werden müssen. Die DGUV Vorschrift 3 verlangt, dass elektrische Anlagen und Betriebsmittel nur von einer Elektrofachkraft oder unter deren Leitung und Aufsicht errichtet, geändert und instandgehalten werden; die BetrSichV knüpft Prüfungen an befähigte Personen. (publikationen.dguv.de)

Kosten: Woraus sich der Preis zusammensetzt

Eine seriöse Kalkulation besteht nicht nur aus einem Preis pro Gerät. Maßgeblich sind vor allem Anfahrt, Region, Anzahl und Art der Prüfobjekte, Dokumentation, Nachprüfung nach Mangelbeseitigung und die Frage, ob nur ortsveränderliche Geräte oder auch ortsfeste Teile erfasst werden. Deutschlandweit gilt dabei dieselbe Grundlogik: Region, Anfahrt und Tageszeit verändern den Preis oft stärker als die reine Gerätezahl. Verbraucherzentralen raten generell dazu, Anfahrt, Material und eventuelle Zuschläge vorab klar festzuhalten. (verbraucherzentrale.de)

  • Kurze regionale Anfahrt oder längerer Fahrweg
  • Normaler Werktag oder eiliger Einsatz am Abend, Wochenende oder Feiertag
  • Nur Geräteprüfung nach DGUV V3 oder zusätzlich Messungen an ortsfesten Teilen
  • Nur Mangelbericht oder auch Reparatur, Nachmessung und Freigabe
  • Leicht zugängliche Bereiche oder erschwerter Zugang zu Verteilungen und Geräten

Für Ihre Planung ist wichtiger als eine Pauschalzahl aus dem Netz: Kleine Aufträge bleiben oft überschaubar, große Aufträge werden durch Nacharbeit teuer. Wer zugleich eine ältere Elektroinstallation prüfen lassen will, sollte Geräte und Anlage im Angebot sauber trennen lassen. Das macht Rechnungen nachvollziehbarer und verhindert, dass ein kleiner Defekt in der Geräteprüfung nach DGUV V3 optisch wie eine Komplettsanierung wirkt. (verbraucherzentrale.de)

Zwei Beispiel-Fälle mit Endkosten

Fall A: kleiner Eingriff

Kunde A ist Eigentümer einer Wohnung mit separatem Arbeitszimmer. Bei einer kleinen Geräteprüfung nach DGUV V3 an acht Geräten fallen zwei Mängel auf: eine beschädigte Mehrfachleiste und ein defektes Netzteil. Austausch, Nachprüfung und kurze Dokumentation bleiben überschaubar. Endsumme in diesem Beispiel: 228 Euro brutto.

Fall B: größerer Eingriff

Kunde B verwaltet eine kleine vermietete Einheit im Haus. Zusätzlich zu den Geräten soll die feste Installation mitgeprüft werden. Nach einer früheren Umbauarbeit muss ein Verteiler nachgebessert, erneut gemessen und dokumentiert werden. So ähnlich wird es auch, wenn nach Arbeiten wie Schaltschrank verdrahten nicht nur geprüft, sondern nachgebessert werden muss. Endsumme in diesem Beispiel: 1.180 Euro brutto.

Wer zahlt: Mieter oder Eigentümer?

Für Wohnraummiete muss der Vermieter die Mietsache in einem zum vertragsgemäßen Gebrauch geeigneten Zustand erhalten. Darum liegt die Verantwortung für fest eingebaute Gebäudeelektrik im Ausgangspunkt eher beim Eigentümer beziehungsweise Vermieter. Eigene mitgebrachte Geräte, private Mehrfachleisten oder bewegliche Arbeitsmittel liegen eher beim Nutzer; im betrieblichen Zusammenhang knüpfen BetrSichV und DGUV die Prüforganisation an Arbeitgeber, Unternehmer und Betreiber. Das ist nur eine allgemeine Orientierung und keine Rechtsberatung. (gesetze-im-internet.de)

Versicherung: Was meist übernommen wird

Bei der Versicherung hilft die Trennung zwischen Vorsorge und Schaden. Die laufende Prüfung selbst ist in der Praxis meist Teil des Unterhalts. Entsteht aber durch Blitz oder Überspannung ein Schaden an fest eingebauter Haustechnik, nennt der GDV typischerweise die Wohngebäudeversicherung; für bewegliche Gegenstände eher die Hausratversicherung. Bei Leitungswasserschäden gilt die Trennung zwischen Gebäude und Hausrat häufig ähnlich. (gdv.de)

Dauer und Wartezeit realistisch einplanen

Eine reine Geräteprüfung nach DGUV V3 bei wenigen Geräten ist oft schneller erledigt als gedacht; sobald zusätzlich Verteilungen, ortsfeste Teile oder eine zweite Freigabe nach Reparatur nötig sind, wird daraus eher ein halber bis ganzer Arbeitstag. Auf einen normalen Termin warten Kunden regional oft länger als die Prüfung selbst dauert. Wer Bad-Elektrik installieren ließ oder jetzt eine größere Elektroinstallation prüfen lassen möchte, sollte deshalb nicht nur Messzeit, sondern auch Dokumentation, Zugänglichkeit und mögliche Abschaltzeiten einplanen.

So gehen Sie ruhig und sauber vor

Wenn Sie Angebote vergleichen, fragen Sie nach drei Punkten: Was genau wird geprüft, was kostet eine Nachprüfung und was ist bei Anfahrt oder Zuschlägen enthalten? Eine kurze Geräteliste und ein klar beschriebenes Problem machen Angebote vergleichbarer und reduzieren Überraschungen. So wird aus dem unklaren Stichwort DGUV V3 Prüfung ein planbarer Auftrag. (verbraucherzentrale.de)

Ob einzelne Geräte betroffen sind oder ob Sie die feste Elektroinstallation prüfen lassen möchten: Klare Zuständigkeit, saubere Dokumentation und realistische Kostentrennung bringen am schnellsten von unsicher zu gelöst. Mehr brauchen viele Leser für den ersten nächsten Schritt nicht.

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Kommentare

Tom K.

Sehr hilfreich zusammengefasst, danke dafür. Gerade die Trennung zwischen ortsfesten Teilen und beweglichen Geräten macht das Thema viel verständlicher. Auch der Hinweis auf Geräteliste, Zugang und klare Beschreibung spart bestimmt unnötige Zusatzkosten. Fand ich echt praktisch.

Patrick

Danke, das mit der Trennung zwischen Vorsorge und Schaden fand ich hilfreich. Verstehe ich es richtig, dass die laufende DGUV V3 Prüfung eher normaler Unterhalt ist und deshalb meist nicht die Versicherung betrifft? Und wenn z. B. durch Blitz oder Überspannung etwas an der fest eingebauten Haustechnik kaputtgeht, wäre eher die Wohngebäudeversicherung gemeint, während bewegliche Sachen eher Richtung Hausrat gehen?

Paula33

Das macht mir ehrlich gesagt etwas Sorgen. Wenn es um die fest eingebaute Elektrik geht, klingt es ja eher so, als wäre der Vermieter dran und nicht der Mieter mit seinen eigenen Geräten.

Marvin

Vier Jahre?

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